New observations concerning the Szeletian in Moravia

Škrdla, Petr, Nejman, Ladislav, Rychtaříková, Tereza, Nikolajev, Pavel and Lisá, Lenka (2014) New observations concerning the Szeletian in Moravia. Quartaer: Jahrbuch fuer Erforschung des Eiszeitalters und der Steinzeit, 61 87-101. doi:10.7485/QU61_04


Author Škrdla, Petr
Nejman, Ladislav
Rychtaříková, Tereza
Nikolajev, Pavel
Lisá, Lenka
Title New observations concerning the Szeletian in Moravia
Translated title Neue Beobachtungen zum Szeletien in Mähren
Language of Title eng
ger
Journal name Quartaer: Jahrbuch fuer Erforschung des Eiszeitalters und der Steinzeit
Translated journal name Quaternar: International Yearbook for Ice Age and Stone Age Research
Language of Journal Name ger
eng
ISSN 0375-7471
ISBN 9783867579278
Publication date 2014-02-02
Sub-type Article (original research)
DOI 10.7485/QU61_04
Open Access Status
Volume 61
Start page 87
End page 101
Total pages 15
Editor Miriam Noël Haidle
Werner Müller
Martin Street
Gerd-Christian Weniger
Berit Valentin Eriksen
Daniel Richter
Place of publication Rahden, Germany
Publisher Verlag Marie Leidorf
Language eng
ger
Formatted abstract
The Szeletian site Želešice-Hoynerhügel, located within Bobrava River valley on the southwestern outskirts of the city of Brno, has been known as a surface site since the 1950s. Intensive georeferenced surveys conducted over the last several years identified artifacts within intact sediments in some areas of the site. Subsequently a limited scale excavation was conducted, which yields three important contributions: a collection of lithics made from a variety of siliceous rocks, Jerzmanowice-type points, and a series of AMS dates that extend the known Szeletian occupation in Moravia to GI 12.

Die Szeletien-Fundstelle Želešice-Hoynerhügel, im Bobravatal am südwestlichen Rand der Stadt Brno (Brünn) gelegen, ist schon seit 1950 als Oberflächenfundplatz bekannt. In den letzten Jahren wurden ausgedehnte, georeferenzierte Erkundungen mit dem Ziel vorgenommen, Artefakte in ungestörtem Sediment aufzufinden. 629 nicht-stratifizierte Artefakte wurden an der Oberfläche gefunden und ihre Lage wurde mittels GPS bestimmt; GIS Software diente zur Analyse ihrer räumlichen Verteilung. Testschnitte wurden an Positionen durchgeführt, an denen ein hohes Potential für die Auffindung von Artefakten in ungestörtem Sediment postuliert wurde. Die Testschnitte waren erfolgreich und eine begrenzte Grabung von 15 m2 Fläche wurde in den Jahren 2010-2013 durchgeführt. Dabei wurden insgesamt 415 Artefakte dreidimensional eingemessen und durch 1092 ausgeschlämmte Artefakte (aus 0,5 x 0,5 m Quadraten) ergänzt.

Rohstoffe der geborgenen Artefakte können in vier Gruppen geteilt werden. Die erste Gruppe bezieht lokale Rohstoffe ein, die in Schottern auf der Fundstelle oder in ihrer nächsten Umgebung gesammelt worden sein können (46 %). In diese Gruppe gehört die Hornsteinvariante Kromauer Wald, die auf der Fundstelle überwiegt, und vereinzelt kommen Quarz und Kreidespongolithhornstein vor. Die zweite Gruppe bilden die aus der Entfernung von 10-30 km importierten Rohstoffe (22 %) – Hornstein des Typs Olomučany, Hornstein des Typs Stránská skála, Hornstein des Typs Rudice und kieselige Verwitterungen. Die dritte Gruppe besteht aus den aus der Entfernung von mehr als 50 km importierten Rohstoffen (12 %) und bezieht Radiolarit aus den Weißen Karpaten, erratischen Hornstein aus Nordmähren oder Südpolen und Hornstein des Typs Troubky/Zdislavice aus dem Litenčicer Gebirge ein. Die letzte Gruppe (20 %) bilden durchbrannte und nicht identifizierbare Artefakte. Aus dem technologischen Gesichtspunkt bilden Abschläge mehr als die Hälfte der Kollektion. Kerne sind meistens nur durch unregelmäßige Stücke vertreten. Vollständige Klingen sind selten, häufiger kommen gebrochene Klingen vor. Mikroklingen sind nur durch Einzelstücke vertreten. Auf einigen Artefakten ist das Facettieren der Schlagfläche sichtbar, aber im Vergleich mit dem Bohunicien ist das Facettieren gröber und bildet keinen charakteristischen Ausläufer. Die Gestaltung der Abschlagsfläche ist eher unidirektional und zentripetal als bidirektional oder in Gegenrichtung. Anhand der oben erwähnten Angaben ist festzustellen, dass obwohl in der Kollektion Artefakte mit facettiertem Fuß vertreten sind, ihr Charakter doch anders ist als im Bohunicien. In der Kollektion von Werkzeugen, die insgesamt 10 % des Materials darstellen, überwiegen Kratzer, die oft steil retuschiert und auf massiven Halbprodukten angebracht sind; es handelt sich jedoch nicht um die für das Aurignacien typischen Hochkratzer. Bemerkenswert ist die Gruppe von Spitzen, die zwei Fragmente von Jerzmanowicer Spitzen, zwei Bruchstücke unifacieller Blattspitzen mit ventroterminaler Retusche, ein Fragment der konvergent retuschierten Spitze und ein Fragment der konvergent retuschierten Klingenspitze einbezieht. Durch ein paar weitere Stücke sind Schaber, Stichel, ausgesplitterte Stücke und Fragmente retuschierter Geräte vertreten. Als Einzelstücke kommen eine Zinke, ein Stück mit Kerben und Endretusche, eine retuschierte Klinge und das Fragment einer retuschierten Klinge vor.

Die stratifizierte Kollektion wird durch die Kollektion von Lesefunden erweitert, die 629 Artefakte zählt. Die Oberflächenfunde weisen - im Vergleich mit den stratifizierten - ein leicht unterschiedliches Spektrum verwendeter Rohstoffe auf (besonders ist der niedrigere Anteil von Radiolarit und Rohstoffen aus dem Mährischen Karst zu beobachten) und dagegen kommen auch Blattspitzen vor, die in der stratifizierten Kollektionen bisher fehlen. Auch die Levallois-Artefakte weisen in der Oberflächenkollektion längere Formen auf.

Diese Arbeiten liefern drei wichtige Beiträge: Zum einen die Kollektion von Steinartefakten aus unterschiedlichen kieseligen Gesteinen und zum anderen die Auffindung und Identifizierung von Jerzmanowicer Spitzen, die chronometrisch früher als die der namengebenden Fundstelle in Polen zu stellen sind. Eine kleine Serie von AMS-Radiokohlenstoffdaten belegt die Szeletien-Besiedlung in Mähren bis in das GI 12, in eine Zeit, als bereits ein anderer früh-jungpaläolithischer Technokomplex – das Bohunicien – präsent war.

Keyword Moravia
Szeletian
Jerzmanowice-type points
GPS aided survey
GI 12
Geoarchaeology
Q-Index Code C1
Q-Index Status Provisional Code
Institutional Status UQ

Document type: Journal Article
Sub-type: Article (original research)
Collections: HERDC Pre-Audit
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Created: Sun, 22 Mar 2015, 08:57:15 EST by Ladislav Nejman on behalf of School of Social Science